Seyd gegrüßt, ihr werten Leut'

Wir sind die Bevölkerung der freien Reichsstadt Memmingen im Jahre des Herrn 1630.

Memmingen im Jahre 1630 - Wallenstein

In der historische Woche „Wallenstein – Memmingen 1630″ stellt die Gruppe des Fischertagsvereins Memmingen das Leben der einfachen Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur damaligen Zeit im 17. Jahrhundert dar. In dieser schlug der Feldherr Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein genannt „Wallenstein“ sein Quartier in Memmingen auf, um von dort seine politischen Faden zu ziehen. Chroniken berichten, das die Stadt damals rund 2000 Bürgerinnen und Bürger umfasste, darunter waren viele Menschen in Gewerken tätig, darunter waren Korbflechter, Weber und Gerber. Die nächste Wallensteinwoche findet von 26. Juli bis 2. August 2026 statt.

Termine

26. Juli bis 2. August

Historische Festwoche "Wallenstein"
Programm unter www.wallenstein-mm.de

Historie - Memmingen im 17. Jahrhundert

Umgeben von einer Stadtmauer mit sechs Toren lag das Memmingen des 17. Jahrhunderts im Schutz seiner Befestigungen. Im Zentrum der Stadt erhob sich die St. Martins Kirche – religiöses und gesellschaftliches Herzstück.

Bürgertum und Zünfte

Das Bürgertum war gespalten in drei verschiedene Bevölkerungsschichten. Die oberste war die Gesellschaft zum goldenen Löwen (Großzunft), in der die Stadtoberen und die adlige Gesellschaft organisiert war. Dem folgten die Kaufleute, die der Gesellschaft zum Goldenen Stern angehörten. Der dritte Bevölkerungskreis setzte sich aus der Kramerzunft und den 10 weiteren Zünften, in denen alle anderen Memminger Bürger organisiert waren, zusammen. Ganz außerhalb der städtischen Gesellschaft standen die mittellosen Fremden und Nichtsesshaften, diese wurden nach Möglichkeit aus der Stadt entfernt und als leichtfertiges Gesindel abgestempelt. Kaum besser erging es auch jenen, die zwar in der Stadt ihren Wohnsitz hatten, jedoch mittellos oder katholisch waren. Diese Frauen und Männer mussten um Almosen bitten und wurden durch besondere Kennzeichnung, dem „Armenschild“ oder „Heiligs Blechle", komplett aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.

Alltag und Märkte

Alle Lebensbereiche der Memminger Bürger waren durch die städtischen Verordnungen geregelt. Der Tag wurde durch Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bzw. durch das Glockengeläut eingeteilt. Geistliche und weltliche Zeremonien waren feste Bestandteile im Wochen- und Jahreslauf. Zwischen den einzelnen Schichten klaffte eine erhebliche soziale Spanne, was in den einzelnen Lebensbereichen zum Ausdruck kam. Das gesellschaftliche Leben für arm und reich war der Wochenmarkt, der heute, wie damals, an 2 Tagen in der Woche stattfand: Dienstag und Samstag. Auch fand schon im 17. Jahrhundert, in der Ulrichs- und Matthäuswoche (August und September) ein Jahrmarkt statt, der die Menschen aus der Umgebung anlockte.

Mitmachen

Für das Jahr 2026 können wir leider keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen, da wir bereits mitten in den Vorbereitungen stecken. Wer sich dennoch für unsere Gruppe interessiert, kann uns gerne über das Kontaktformular eine Nachricht senden. Wir melden uns, sobald wieder Möglichkeiten zum Mitmachen bestehen.